Hier wird Tzatziki gepimpt – mit so richtig guten Zutaten (und ein paar faulen Tricks). Aber hey – „gepimpt“ oder „pimpen“ – was bedeutet dieser Anglizismus überhaupt? Ursprünglich bedeutete „Pimp“ nichts anderes als „Lude“, Zuhälter, vermutlich weil man damit aufgemotzte Luxusautos, goldene Ketten und teuere Uhren verband. Heute ist der Begriff eher der Hip-Hop-Kultur zuzuordnen … ach lassen wir’s dabei. „Pimpen“ bedeutet „aufmotzen“, verbessern – basta!

Habt ihr schon mal Tzatziki in Griechenland gegessen? Ja? Und warum war der so viel besser und schmeckt zu Hause einfach nicht so, wie damals in Griechenland? Wegen Urlaubsfeeling? Damals? Unsinn! Das liegt in erster Linie an den Zutaten.  Joghurt, wie in Griechenland, wo er in Restaurants meist hausgemacht ist gibt es hier einfach nicht (auch wenn die Supermärkte etwas anderes behaupten). Diese Joghurt „griechischer Art“ haben nur den erhöhten Fettgehalt von ca. 10% mit griechischem Joghurt gemeinsam – wie der dort rein kommt ist eine andere Geschichte. Aber das können wir auch! Man nehme … nein, nicht Dr. Oetker, man nehme am besten Rohmilch vom Bauernhof und lasse die mit ein paar Starterkulturen selbst zu Joghurt werden. Geht ganz einfach. Man braucht nicht einmal Joghurtkulturen – es genügt, natürlichen Joghurt (in dem ebendiese Kulturen sowieso drin sind) zu kaufen, einen Liter Rohmilch in einen Topf geben, 2 TL von diesem natürlichen Joghurt unterrühren und über Nacht bei niedrigster Temperatur (so 40-50° C) in den Backofen zu stellen. Und den Fettgehalt pimpen wir mit guter Crème Fraîche – am besten aus Frankreich. Auf 600 ml Rohmilchjoghurt ein Glas (200 ml) von der großartigen Crème Fraîche aus der Normandie eingerührt – und fertig ist unsere Basis für Tzatziki.

Für ca. 0,8 L Liter Tzatziki

600 ml Joghurt – so hergestellt, wie grade beschrieben (Rohmilch gibt es in Milchautomaten, direkt ab Bauernhof). Den Rest einfach mit frisch geschnittenen Früchten und etwas Honig zum Fruchtjoghurt verarbeiten – aber Vorsicht, einmal probiert, schmecken die Fruchtjoghurt aus dem Supermarkt plötzlich irgendwie komisch …

200 ml Crème Fraîche

1 Salatgurke (Bio)

4-8 Zehen frischer Knoblauch – nach Geschmack

6-8 Zehen Knoblauch-Confit (wie das geht, steht in diesem Post), mit einem Stabmixer zerkleinert

je eine Handvoll glatte Petersilie und Minze plus ein Zweig Basilikumblätter

Gutes Meersalz (ca. 3 EL) und reichlich weißer Pfeffer aus der Mühle (ja, weißer Pfeffer – man sollte immer zwei Pfeffermühlen haben, eine mit weißem und eine mit schwarzem Pfeffer)

Die Gurke waschen und mit einer Reibe  in ein Sieb reiben. Mit 2 EL Salz vermengen und über ein passendes Abtropfgefäß hängen. Das zieht reichlich Wasser aus der Gurkenmasse – oder wollen wir wässrigen Tzatziki? Nach 20 Min. mit dem Rücken eines Löffels gut ausdrücken und beiseite stellen.

Die frischen Knoblauchzehen entweder fein reiben oder – dann wirds etwas „härter“ –  in 1 mm Würfelchen schneiden. Geht eigentlich ganz einfach. Knoblauchzehen schälen, Wurzelende abschneiden und an der Spitze festhalten. Mit einem scharfen Messer in 1 mm Abständen bis fast zum spitzen Ende einschneiden. Um 90° drehen und wiederholen. Dann die Würfelchen abschneiden. So geht das:

 

Die Kräuter nicht zu fein hacken. Ich liebe es, von Kräutern die Blätter abzuzupfen und sie dann zu hacken – wenn der Rhythmus des hackenden Messers zur Musik passt, dann macht das richtig Spaß 😉 Ist irgendwie … meditativ.

 

 

Unser Kochmesser von d.  die Pfanne® macht bei fast allen Schneidearbeiten in der Küche einen hervorragenden Job. Warum? Weil das Messer kein „Zusatzartikel“ aus dubioser Herstellung ist, sondern weil wir bei d. die Pfanne® auch bei der Qualität unseres Kochmessers keine Kompromisse gemacht haben und es bei Friedr. Dick in Deutschland herstellen lassen – die Messer, die Profis lieben!

The Rest is Silence. Erm – einfach alles zum Joghurt geben, gut verrühren und abschmecken. Am besten mindestens über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.

 

Schmeckt großartig zu Sommerküche, auf der Terrasse beim Grillen, zu Kartoffeln, einfach nur mit Brot oder mit Falafel – und gesalzenen Mairübchen, so wie hier:

Keep cookin‘!

Hier hole ich übrigens meine Rohmilch (und Eier, von freilaufenden, fröhlichen Mistkratzern – und das schmeckt man!):

Kommentare (1)

Ute Obernberger

Mai 18, 2018 at 10:48 PM

Sehr schön! Aber doch zwei Anmerkungen:
1. „man sollte immer zwei Pfeffermühlen haben, eine mit weißem und eine mit schwarzem Pfeffer)“. Aber was mache ich dann mit dem grünen? Weißen benutze ich so gut wie gar nicht. Ich habe mich also entschlossen, eine Mühle mit schwarzem und eine mit grünem Pfeffer zu benutzen.
2. Ich pflege meine Gurken zunächst längs zu halbieren und ich schabe mit einem Kaffeelöffel zunächst das Kerngehäuse heraus. Teils schäle ich die Gurken oder auch nicht (kommt darauf an). Und statt sie mit einer Reibe zu reiben, schneide ich sie mit einem scharfen Messer in hauchdünne Scheibchen (je nach Gurke in 200 bis 250). Diese lasse ich dann mit Salz zum Entwässern ziehen. Das kriegt dann einen sehr schönen Biss. Es entspricht allerdings nicht dem Original aber meinem eigenen Geschmack.

Reply

Kommentar verfassen